Entwurf für den Wettbewerb zum Projekt:
GEDENKSYMBOL SERVITENGASSE
2007
Entwurf und Konzept zusammen mit Peter Wehinger
Ort: Grüntorgasse Ecke Servitengasse, 1090 Wien
Der Entwurf zeigt schlanke freistehende Metallstelen mit Namensschildern und dazugehörigen Klingelknöpfen. Das Kommunikationspanel ist eine Sprechanlage, eine Klingeltastenanlage für Bewohner, die nicht mehr in dieser Strasse leben. Die über jeden einzelnen der deportierten Menschen verfügbare Information kann unmittelbar abgerufen und somit weitergegeben werden.
Der Name auf dem Panel ist das Portal zu den einzelnen Schicksalen, die sich dahinter verbergen.
Durch dieses Mehr an verfügbarer Information verwandeln sich die einzelnen Namen von einer typografischen Konstruktion zu Personen mit individuellen Geschichten.
Unkompliziert und barrierefrei können sich Passantinnen über das Schicksal der ehemaligen Bewohnerinnen der Servitengasse informieren.
Der Verein Servitengasse hat sich mit den einzelnen Schicksalen der verschwundenen Hausbewohnerinnen befasst.
Die Einladung an die Menschen, dem Gedenksymbol aktiv zu begegnen und sich mit der Geschichte auseinander zu setzen war uns besonders wichtig. Eine Beziehung zwischen Namen und Betrachterinnen entsteht in dem Moment, in dem man sich dazu entschließt eine Klingeltaste zu betätigen.
Passantinnen können die Namensschilder lesen oder auch, sollten sie dazu bereit sein, sich näher mit einzelnen Personen zu beschäftigen. Vielleicht ist es auch eine gewisse Überwindung, auf eine Klingeltaste zu drücken und zu erfahren, was mit dieser Familie oder der Person geschehen ist.
Wir empfinden die Geste, mit dem Finger neben dem Namensschild auf den Klingelknopf zu drücken, sehr berührend. Betrachterinnen sind aufgefrdert zu handeln und sich für kurze Zeit (vielleicht anschließend gedanklich auch sehr lange) mit dem Schicksal dieser Personen zu beschäftigen. Mitgefühl, persönliche Betroffenheit, ein bleibender Eindruck wird entstehen.
Durch einen Knopfdruck wird Energie übertragen, die Geschichte wird lebendig gemacht.
Ein Knopfdruck stellt eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit her.
