Simulating Intelligence
2008
Mit einem über die gesamte Länge der Kunsthalle pendelndem Licht simuliert Judith Fegerl eine in sich geschlossene kognitive Schleife, die endlose und zugleich funktionslose maschinelle Zirkulation. Die Lichtinstallation zur Thematik der künstlichen Intelligenz bespricht deren Produktivität, autistische Denkprozesse und die Emanzipation der Maschine von ihren Schöpfern. Die formale Angleichung der Lichtzeile an gestalterische Innenelemente des Gebäudes verweist auf die Verbindung zwischen innerer Organik und externem Parasiten.
Eine 60 Meter lange und 2 Meter hohe Glasvitrinenzeile an der Aussenfassade der Kunsthalle Wien im Museumsquartier wird zum Indikator für eine artifizielle operierende Präsenz. In Anlehung an ikonische Symbole aus Science-Fiction Filmen der 70er und 80er, wird ein modifiziertes Lauflicht in autistischem Rhythmus über die Länge der gesamten Fassade patrouillieren.
Das Lauflicht verändert den Charakter des Gebäudes, macht es zum Gefäss für einen technologischen Geist, verleiht ihm ein wachsames Auge.
In die Vitrinen wird eine Membran aus gerafften transluzenten Vorhängen eingezogen, die den sonst sehr geradlinig hart definierten Vitrinen durch den natürlichen Faltenwurf eine organische Komponente hinzufügt. Durch die gerafften Vorhangbahnen wird die Verbindung zu einer ebenfalls pendelnden maschinellen Einheit im Inneren der Kunsthalle gezogen, dem Aufzug im Foyer, der Aufzugsturm – ebenfalls mit Stoff umspannt – birgt die Kabine, die vertikal von Pol zu Pol wandert und somit durch die Bewegung wie auch formal das interne Equivalent zum externen Lichtpendel darstellt.
Kabelstränge, Controller und zirkulierende Versorgung werden offengelegt und geben den Blick frei auf den Energiefluss, die symbiotische Verbindung zwischen Display und Gebäude, zwischen Innen und Aussen.
